Wolkenkind

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Home is where your heart is.

Vor mir der graue Gehweg. Immer wieder kämpft sich die Sonne noch durch die stetig dichter werdende Wolkendecke, die mittlerweile am Himmel zu sehen ist. Es wird langsam kühler und der Wind streift unsanft meine bloßen Arme und Beine. 

Doch davon lasse ich mich nicht stören. Genau der graue Boden, auf dem ich mich fortbewege, wird mich zu ihm führen. Die Vorfreude steigt mit jedem Schritt und mein neues Kleid sitzt glücklicherweise perfekt. 

Das Kleid - es ist in meinen Augen wunderschön und ich bin fest der Überzeugung, dass es dazu auch noch fabelhaft zu mir passt. Es ist das, was ich mir immer unter einem Sommerkleid vorgestellt hatte. Weder zu lang, noch zu kurz. Unauffällige Farbe und traumhafter Schnitt. Ein Stück weit lässt es elegant wirken, andererseits aber völlig natürlich und ein wenig mädchenhaft. Es ist luftig, aber nicht aus so dünnem Stoff, dass schon ein kleiner Windhauch es davon zu pusten droht. Wie es ihm wohl gefällt?

Ich fühle mich gänzlich wohl, als ich weiter die Straße entlang laufe. Wie von selbst nehme ich die “Schultern zurück, Brust raus, Bauch rein” - Haltung ein, die in dieser Intensität nur selten bei mir anzutreffen ist. 

Mittlerweile kann ich das Gebäude schon sehen. Ich kenne den Weg - sehr gut sogar. Die Fußgängerampel schaltet auf Rot. Ich bleibe stehen und lehne mich leicht gegen den Ampelpfosten. Es dauert nicht lange, da werde ich ungeduldig. Hoffentlich bekomme ich bald das grüne Männchen zu sehen, damit dann endlich die Straße überqueren darf. Schon jetzt kann ich es kaum mehr erwarten, ihm in den Armen zu liegen. 

Endlich! Die Ampel schaltet nach gefühlten drei Stunden endlich um, ich überquere die Straße und ja, da sehe ich ihn schon stehen: Mit dem Helm auf dem Kopf sitzt er schon auf dem Sattel und macht den Anschein, gerade losfahren zu wollen. Als ich näher komme, sieht er mich, steigt vom Fahrrad, nimmt den Helm ab, und läuft mir entgegen. 

Ein breites Lächeln macht sich auf meinem Gesicht breit und ich bemerke, dass mein Gang immer schneller wird, bis er in ein - hoffentlich - einigermaßen elegantes Entgegenspringen übergeht. Mittlerweile habe ich ihn erreicht, drücke ihn an mich, bekomme kurzerhand ein Kompliment für mein Aussehen, inklusive mein Kleid, und kurz darauf auch schon einen liebevollen Kuss. Spätestens jetzt ist mir dann doch herzlich egal, wie elegant - oder eben unelegant - ich gerade durch die Gegend gehüpft bin!

“Home is nunmal where your heart is.” (Kettcar - Ausgetrunken)

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Posted on Thursday, June 2 2011.

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